"The pilot maker"

Die North American AT 6 ist wohl eines der bekanntesten Trainingsflugzeuge der Welt. "AT" steht für "advanced trainer", ist also ein Flugzeug zur Fortgeschrittenen Schulung. Angehende Piloten die bereits ihre Stunden auf einem "primary trainer " (PT) wie einer Boeing Stearman abgeleistet haben, wurden auf der AT-6 weiter ausgebildet. Die North American AT-6 wurde weltweit zur Schulung eingesetzt, diente aber auch als Waffenträger. So dienten während des Koreakrieges und kurz danach einige AT-6 zur Luftüberwachung unter der Bezeichnung AT-6 "Mosquito". Die Französische Luftwaffe nutzte die AT-6 in der Suez-Krise. 

Kurzum eine bewegte interessante Geschichte auf die es einzugehen lohnt: 

Die AT-6 ist ein einmotoriges Trainingsflugzeug der Zeit des Zweiten Weltkrieges aus Amerikanischer Produktion, hergestellt von der North American Aviation. Sie wurde zur Ausbildung von Jagdpiloten verwendet. In der USAAF flog sie bis 1948 als AT-6, bei der US Navy unter dem Namen SNJ. In den Ländern des Commonwealth war die Bezeichnung Harvard gebräuchlich. Bei der südafrikanischen Luftwaffe SAAF stand die T-6 noch bis 1994 in Dienst.

Die AT-6 war eine Weiterentwicklung des NA-16-Prototyps, der bereits am 1. April 1935 flog. Der Nachfolger der NA-26 wurde im März 1937 zur Teilnahme an einer Ausschreibung des United States Army Air Corps geliefert. Das erste Modell BC-1 ging mit 180 Flugzeugen in Produktion, weitere 400 Harvard I wurden an die Royal Air Force geliefert. Die US-Navy erhielt 16 modifizierte SNJ-1 und 61 SNJ-2-Flugzeuge. Nach weiteren 93 BC-1A und drei BC-2-Flugzeugen entstand die AT-6 - für advanced trainer -, die der BC-1A mit leichten Flügeländerungen entsprach. Die RAF/RCAF bekam 1.173 Harvard II, die meisten flogen in Kanada als Teil des Ausbildungsprogramms "Empire Air Training Scheme". Als Nächstes baute man die AT-6A, die auf der NA-77 basierte. Sie hatte einen Pratt & Whitney R-1340-49-Sternmotor. Die USAAF erhielt 1.549 Maschinen und US Navy 270 (SNJ-3). Die AT-6B erhielt für Trainingszwecke ein 0.30 Inch Maschinengewehr. Ein R-1340-AN-1-Motor wurde zum Standardmotor aller restlichen AT-6.

Noorduyn Aviation in Kanada baute eine R-1340-AN-1 angetriebene Version der AT-6A von der 1.500 Stück an die USAAF als AT-16 und 2.485 als Harvard IIB RAF/RCAF geliefert wurden, einige davon für die Fleet Air Arm. Das NA-88 Design war die Basis für 2.970 AT-6C Texans und 2.400 SNJ-4. Die RAF erhielt 726 AT-6C als Harvard IIA. Modifikationen des elektrischen Systems ergaben die AT-6D (3.713 Maschinen) und die SNJ-5 (1.357 Maschinen). Die AT-6D wurde als Harvard III an die RAF (351 Maschinen) und an den Fleet Air Arm (564 Maschinen) geliefert. Die AT-6F auf Basis des NA-121-Designs wurden 25 Stück an die USAAF und 931 (SNJ-6) an die US Navy geliefert.

Die letzte Version, die Harvard IV wurde von C.C.F. (Canadian Car & Foundry) in den 1950er Jahren produziert. Die Lieferungen gingen an die RCAF und die USAF. Die Bundeswehr erhielt 1957 135 Maschinen aus Kanada zum symbolischen Preis von je einer Deutschen Mark. So wurde die Texan für die neue westdeutsche Luftwaffe zum ersten Schulflugzeug. 

Die North American AT-6 Texan bildete die Basis des CAC (Commonwealth Aircraft Corporation) Wirraway, welche zwischen 1939-46 rund 750 mal gebaut wurden. 

Insgesamt wurden 15.495 T-6 in allen Varianten gebaut. Damit gehört sie zu den meistgebauten Flugzeugtypen der Welt.

 

Natürlich gehört solch ein legendäres Flugzeug auch zu unserer Flotte. 

Unsere AT-6 ist eine Harvard, erbaut wurde sie von der Canadian Car & Foundry 1952 mit der Construction-number CCF-4-77. Die Harvard ist ein recht großes Flugzeug, die Spannweite beträgt 12,80 Meter, die Länge 8,8 Meter. Man kann die Harvard für Schulungszwecke nutzen, da sie trainerlike über zwei ausgerüstete Cockpits verfügt. Logischerweise auch für entspannte "fun-flights" über den Schwarzwald und die Rheinebene. Di eREichweite beträgt rund 1.500 Kilometer, also mehr als ausreichend um überall mit Stil hinzukommen. Die Cruise Speed, also Reisegeschwindigkeit liegt bei rund 260 km/h und wenn man es eilig hätte, kann die Harvard auch über 300km/h schnell sein.   

Angetrieben wird die Harvard mit einem 9Zylinder Sternmotor von Pratt&Whitney (Wasp R-1340 AN-1) welcher rund 600PS leistet. Mehr als ausreichen um das 1,8 Tonnen wiegende Flugzeug adäquat zu beschleunigen. Die Maximalmasse beträgt ca. 2.500Kg. Wer es rustikal möchte kann auch mit der AT-6 turnen, das Flugzeug ist für eine Belastung von +5,5G / -2,2G ausgelegt.... muss man aber nicht. 

Zur Geschichte des wunderschönen Flugzeuges gibt es natürlich auch Informationen 

  • Construction-number CCF4-77
  • serial number RCAF 20286
  • Harvard Mk.IV

Die Harvard Mk.IV wurde am 09.Mai 1952 an die Royal Canadian Airforce (RCAF) übergeben. Dort blieb sie in militärischen Diensten bis zum 22.Januar 1968. Von 1969 - 1972 war die Harvard im sonnigen Californien zu Hause. Die US-Reg lautet N13631. Die AT-6 hat sogar Renngeschichte, flog sie als "Super Slugg" mit der race#88 bei den Reno Airrcaes in der T-6 Class mit. Im März 1983 taucht das Flugzeug in Gr0ßbritannien auf, wird als G-BKCK zugelassen, Eigner ist nun Eric T.Webster. 1987 wurde die Dame von den britschen Listen gestrichen um im November 1987 wieder in den USA von Sonja Webster mit der alten reg N13631 zugelassen zu werden. Irgendwann Anfang der 90er ging es wieder auf die Insel nach North Weald und wurde dort bis 1997 mit der britischen Registrieung G-BKCK geflogen. Interpretiert man di eGeschicht richtig, so war das Flugzeug von 1983 bis 1996 ist Familienhand der Websters.

1997 wurde das Flugzeug dann von den Britischen Listen gestrichen und nach Deutschland verkauft. Neuer Eigentümer was Hans-Jochim Meier, die Zulassung lautet D-FAME. Der Eigentümer scheint bekannt? Natürlich - Hans-Jochim Meier ist unser heutiger Geschäftsführer von Tina Fly, wie auch Geschäftsführer unseres strategischen Partners MeierMotors GmbH. Die Brüder Achim und Elmar Meier haben die D-FAME 1997 noch als Privatpersonen restauriert, die Harvard waren deren Einstieg in das Warbird-Business. Aus Hobby und Leidenschaft wurde seinerzeit Beruf(ung). 

Der letzte Eigentümer war Josef Schumacher, welcher die Mk.IV auf dem Flugplatz Aachen-Merzbrück betrieben hat. Wir konnten von Herrn Schumacher dieses wunderbare Flugzeug erwerben und in unsere Sammlung integrieren. Ein besonderer Moment, ist die Harvard Mk.IV D-FAME doch eine der "Keimzellen" von MeierMotors GmbH. 

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