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Douglas A 26 Invader arrival 2019 02 18 50bw

 

Dieses schnelle zweimototige Flugzeug wurde von Douglas Aircraft aus der A-20 Havoc (Boston) entwickelt. Die Havoc wurde im Zweiten Weltkrieg erfolgreich auf allen Kriegsschauplätzen von den alliierten Streitkräften eingesetzt. 

Ed Heinemann, Robert Donavan und Ted R.Smith entwickelten das Flugzeug, für den NACA 65-215 profilierten Laminarflügel war A.M.M. Smith verantwortlich. Gerade dieser Laminarflügel zeichnete das Flugzeug aus – dadurch erreichte der Bomber eine hohe Geschwindigkeit bei geringem Spritverbrauch, ähnlich der P-51 Mustang. 

Der Prototyp XA-26 flog erstmals 1942. Kühlungsprobleme und das zu schwache Bugfahrwerk führte zu einer Überarbeitung im Douglas Werk. Die Performance und das Handling waren indes excellent. Das Flugzeug erhielt die Bezeichnung A-26 Invader, wobei das „A“ nach der US-Nomenklatur „attacker“ bedeutet, nicht zu verwechseln mit der B-26 Marauder, welche zwar die gleiche Motorisierung, nämlich 2* Pratt&Whitney R-2800 Double Wasp 18-Zylinder Doppelsternmotoren, hatte aber sonst wenig mit der Invader gemein hatte. 

Prinzipiell gab es zwei Versionen der Invader. Die „B“-Version hatte einen Kanonen-Nase mit bis zu acht .50-Kaliber (12,7mm) Maschinenwaffen. Die „C“-Version hatte eine „glass-nose“, oder besser Bomber-Nase, also einen verglasten Rumpfbug. In der nase war das Norden-Zielgerät und zwei .50cal Maschinengewehre, wie auch später eine Flügelbewaffnung mit je drei .050cal Maschinengewehren. Für Verwirrung kann dann eher der Zusatnd sorgen, dass die Nasen untereinander mit geringem Arbeitsaufwand austauschbar waren. Den Typ also an der Nase zu erkennen ist nur bedingt zielführend. 

Die ersten Invaders wurden 1943 an die Fifth AF in den „Pacific Theatre“ ausgeliefert. Die erste Einheit die das Flugzeug einsetzte waren die berühmten „Grim Reapers“ (3rd BG -13th squadron). Die „Grim Reapers“ waren überhaupt nicht angetan, da die Sicht aus dem Cockpit nach unten recht schlecht war und dadurch erfolgreiche Tiefangriffe eher Zufall waren. Man wollte lieber den Vorgänger A-20 Havoc behalten. 

Über Europa kam die A-26B Ende September 1944 mit der Ninth AF zum Einsatz. 18 Flugzeuge wurden für Testeinsätze genutzt und diese Piloten waren begeistert, kein Flugzeug ging im Einsatz verloren; man wollte sofort alle A-20 Havoc und B-26 Marauder gegen das neue schnelle Flugzeug austauschen. So kamen recht schnell die „B“ und „C“ Versionen zum Einsatz. Die Ninth AF flog über 11.500 Einsätze und verlor dabei nur 67 Invaders – ein beeindruckender Wert. 

Die Twelfth AF nutzte deren Invaders ab Januar 1945 über Italien zum Angriff auf die Deutschen Nachschublinien in der Po-Ebene. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg flog die Invader natürlich weiter, jetzt unter der neu reorganisierten United States Airforce (USAF). Aus der A-26 wurde die B-26. Das Einsatzprofil veränderte sich teilweise in Aufklärungseinsätze, die Typenbezeichnung nun RB-26 für die Aufklärungsinvader. 

Die B-26 wurde sehr erfolgreich über Korea eingesetzt, mit einer Invader wurde auch einer der letzten Einsätze vor dem Waffensstillstand geflogen. 

Die US Airforce Europe (USAFE) nutzte die B-26 bis in die späten 50er Jahre. Das Tactical Air Command (TAC) gar bis 1966 mit der überarbeiteten B-26K. Bei den Air National Guards flog die Invader sogar bis 1972.  

Erwähnenswert ist sicherlich der Einsatz der Invader über Vietnam. Den Anfang machten fünf „markierungslose“ Invader – diese Flugzeuge waren in Thailand auf der Takhli Base stationiert. Der Betreiber dieser A-26 war die CIA. Dazu kamen später weitere 12 B-26B und B-26C, sowie eine Handvoll Aufklärer RB-26C. 

Politisch nicht ganz banal; die Einsätze sind unter der Bezeichnung „Farm Gate“ bekannt, die Einsätze wurden von Laos aus geflogen. Zu Beginn des Vietnam-Konflikts flogen diese Invaders gemeinsam mit der USAF Einsätze, jedoch mit den Nationalitätskennzeichen von Südvietnam. 

Eingesetzt wurde die Invaders über Vietnam zusammen mit NorthAmerican T-28. Später wurde das ungleiche Paar durch die Neuentwicklung Douglas A-1 Skyraider ersetzt.